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Regenbogenweg, Fest für Vielfalt und Drüsenameise: Entscheidungen aus dem Stadtrat
In einer weiteren Sitzung des Aschaffenburger Stadtrats standen mehrere gesellschafts- und kommunalpolitische Themen auf der Tagesordnung. Nach dem Brandanschlag auf eine Regenbogenflagge im Roßmarkt informierte Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU), dass inzwischen der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen habe. Er verurteilte die Tat ausdrücklich und kündigte ein Gespräch mit den Betreibern der betroffenen Psychotherapiepraxis an. Gleichzeitig bekräftigte Schlemmer, dass der Anschlag nichts an seiner Haltung zur sogenannten Flaggenfrage ändere. Queeres Leben gehöre selbstverständlich zur Stadtgesellschaft – unabhängig davon, ob eine Regenbogenflagge am Rathaus gehisst werde.
Im Zusammenhang mit Vielfalt und Sichtbarkeit beschloss der Stadtrat außerdem, einen dauerhaften Regenbogenweg auf einem Abschnitt des Geh- und Radwegs an der Willigisbrücke anzulegen. Nach einer mehr als einjährigen Standortsuche setzte sich dieser Vorschlag gegen andere Varianten durch. In der Debatte machten unter anderem Lateesha Halmen (Die Linke) und Vertreter der Grünen deutlich, dass ein solches Zeichen an einem gut sichtbaren Ort im Stadtgebiet entstehen müsse. Die Kosten in Höhe von rund 3.000 bis 4.000 Euro werden von der SPD-Fraktion übernommen.
Ebenfalls beschlossen wurde die Einrichtung eines nichtöffentlichen Arbeitskreises zur Zukunft des Fests für Vielfalt (ehemals „Brüderschaft der Völker“). Der Arbeitskreis soll prüfen, ob das Fest künftig an einem anderen Ort oder zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden soll und die Vor- und Nachteile verschiedener Varianten bewerten. Für Die Linke wird Sebastian Kraus in dem Gremium mitarbeiten.
Ein weiteres Schwerpunktthema war die Bekämpfung der invasiven Großen Drüsenameise, die insbesondere im Stadtteil Leider zunehmend Probleme verursacht. Der Stadtrat beschloss, die Maßnahmen deutlich auszuweiten und dafür zusätzliche personelle sowie technische Ressourcen bereitzustellen. Geplant sind eine halbe Koordinierungsstelle, zwei befristete Stellen im Tiefbauamt sowie die Anschaffung einer Heißwassermaschine zur Bekämpfung der Nester. Bis eigenes Personal einsatzbereit ist, soll ein externer Schädlingsbekämpfer die Arbeiten fortführen. Zudem will die Stadt prüfen, ob sie Grundstückseigentümer künftig gegen Gebühr bei der Bekämpfung der Ameisen unterstützen kann. Ziel ist es, die weitere Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen, auch wenn eine vollständige Beseitigung nach Einschätzung der Verwaltung nicht möglich ist.
